Ausstellung – Gedanken im Kopf -
Laudatio für Susanne
Haun
Von Andreas
Mattern
Schloß Biesdorf
2004
Sehr
geehrte Damen und Herren,
ich
bin weder Kunsthistoriker noch Kunstkritiker, kann also nur aus eigener
Überzeugung hier sprechen. Darüber freue ich mich, weil es mir Spass macht über Bilder, die Arbeit und überhaupt Susanne Haun zu sprechen.
Das
dies keine übliche Laudatio wird, können Sie daran erkennen, dass ich erst
einmal kurz über Musik sprechen möchte – in erweitertem Sinne.
Es
wird zur Zeit in Deutschland (in Frankreich ist das
schon lange vorbei und eingeführt – Quote 40%) darüber diskutiert, eine Quote
im Radio für deutsche Musik einzuführen. Ich kann dazu nur sagen: was für ein Schwachsinn !! Nichts gegen deutsche Musik und Ralf Siegel ( sie wissen schon, der der die ganzen Grand Prix Titel
geschrieben hat J
), aber es kann sich nur Qualität und nicht Quantität durchsetzen !! Und
Qualität setzt sich durch, da derzeit in den Top 10 der deutschen Musik-Charts
7 deutsche Titel vertreten sind.
Und
bei Qualität sind wir dann auch gleich bei den Bildern von Susanne Haun. Denn: ihre Bilder haben Qualität.
Eine
Ausstellung entsteht nicht von alleine. Dazu gehört Disziplin,
Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit – all dies hat Susanne und ist dazu noch
begabt, was natürlich auch nötig ist.
Gedanken
im Kopf heisst ihre heutige Ausstellung – bitte
glauben Sie mir, Frau Haun hat ständig Gedanken im Kopf, diese hält sie meist
in kleinen täglichen Zeichnungen fest.
In
dieser Ausstellung zeigt sie allerdings mittel- bis großformatige Arbeiten in
Acryl und Ölkreiden. Es ist eine sehr
persönliche Ausstellung geworden, bei der sie uns einen Teil ihrer Familie, Freunde und
Kollegen präsentiert, aber auch einen Teil ihres Inneren. Viel mehr kann man
von Kunst nicht verlangen…
Sicher
werden zum Teil die dargestellten Personen auch einen Teil ihres Inneren sehen
und erkennen, denn Susanne
Haun beobachtet, hört
zu und nimmt auf. Glauben sie mir, dieses kann sie sehr gut !
Teils
bewusst, teils unbewusst fliesst dieses Beobachten
und Aufnehmen in ihre Bilder mit ein.
Gleichzeitig
aber malt man bei jeder Art von Malerei auch sich selbst, also zeigt seine Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten.
So
haben wir hier harte und weiche Bilder, helle und dunkle Bilder, freundliche
und weniger freundliche Bilder!
Ich
kann also den Betrachter nur dazu auffordern, genau hinzusehen, weil sie dann Susanne Haun schon ein wenig besser kennenlernen
werden.
Xavier
Naidoo (wir sind wieder bei der Musik angelangt, denn
er ist ein genialer Sänger und Songschreiber) singt in einem seiner Lieder:
„Eigentlich ist es brotlose Kunst, aber für uns ist sie das tägliche Brot.“
Tägliches
Brot: sehr doppeldeutig: einmal steht es in natürlichem Zusammenhang, dass man
von seiner Arbeit, seiner Kunst, auch leben soll und muss.
Der
für mich weit wichtigere Zusammenhang besteht aber darin, dass man Kunst für
sich macht, für seine eigene Seele, weil man nichts anderes machen möchte.
Und
ich weiss auch, dass für Susannes Seele die Kunst und die Malerei das tägliche
Brot ist.
So,
liebe Kunstfreundinnen und –freunde,
nun
möchte ich sie einladen, die Werke von Frau Haun zu betrachten.
Sicher
habe ich einige Dinge offen gelassen, bewusst oder unbewusst.
Aber
da die Künstlerin anwesend ist, wird Sie Ihnen sicher gerne
weitere Fragen beantworten. Und wie ich sie kenne, tut sie dies sehr gerne…